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Die Zukunft als Nationalpark-Bahn

Das Engagement der Oberpinzgauer Bevölkerung, der finanzielle Beitrag des Landes und die Überzeugung, daß durch die Modernisierung und den sinnvollen Einsatz und Abstimmung von Bahn und Bus die Lebensfähigkeit der Krimmlerbahn gesichert wird, nährten die Hoffnung, daß es im Land Salzburg nicht zu einem Sterben der für die Region lebenswichtigen Bahn kommt. Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß dann, wenn die Bevölkerung einer Region selbst ihre Bahn erhalten will, die regionalen und Landesbehörden bereit sind, auch mitzuhelfen, sie sich damit wirkungsvoll einer Bahneinstellung widersetzen kann.

Vor vielen Jahren ist einmal bei einer ähnlichen Gelegenheit festgestellt worden, daß Bahnen in aller Welt Verkehrsbetriebe sind, die keinen Gewinn abwerfen, sondern Zuschußbetriebe sind, weil sie auch soziale Aufgaben erfüllen und der Wirtschaft der Region helfen Im Jahr 1986 kam es mit dem großen Hochwasser zu einem einzigartigen Bekenntnis für die Bahn. Im Kultursaal Kammerlanderstall in Neukirchen wurde vom damaligen ÖBB-Generaldirektor Übleis verkündet, daß die Wiedererrichtung der zerstörten Pinzgaubahn sofort zu erfolgen habe. Die Bediensteten der Pinzgaubahn schaufelten Schotter aus dem Salzachbett, erstellten einen neuen Bahndamm, der gleichzeitig zum Hochwasserschutzdamm der Besiedlung wurde und erhielten dafür eine Landesauszeichnung. Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Gasteiger stellte die Bahn sozusagen unter seinen persönlichen Schutz, die Modernisierung begann, neue Haltestellen kamen ebenso, wie neue Triebwagen der Reihe 5090. In Zell am See /Tischlerhäusl wurde eine eigene Geschäftsstelle der ÖBB eingerichtet, die die regionalen Belange der Bahn regeln soll.

Nach Einführung des Salzburger Verkehrsverbundes 1995 kam es in der Folge zum ersten koordinierten ÖPNV-Modell zwischen Bahn und Bus in Salzburg. Der "Pinzgau-Takt" des Salzburger Verkehrsverbundes, in dem zusätzliche Züge auf der Pinzgaubahn eingeführt und parallelführende Busse in den Raum Saalfelden zur Verstärkung der dortigen Schulbusleistungen umgeleitet wurden, war der erfolgreiche Beginn von Fahrplankoordinationen unter der Patronanz des Salzburger Verkehrsverbundes im gesamten Verbundgebiet. Als äußeres Zeichen verkehren seit damals zwei Waggons der Pinzgaubahn mit Verkehrsverbund-Werbung. Das 100-Jahrjubiläum war erfüllt mit Zuversicht um die Bahn. Doch bereits kurz danach signalisierte die neue ÖBB-Führung ihr Desinteresse an dieser aufstrebenden Bahn und entfernte ein wichtiges Standbein, den Güterverkehr. Obwohl, nach EU-Recht vorgesehen, der Piesendorfer Industrielle Klepsch (Fa.Senoplast) die Übernahme des Güterverkehrs mittels Konzessionsansuchen betreiben will, wurde bis heute verhindert, daß hier ein Privater Bahnbetrieb macht.

Aus dem Buch "Salzburgs Nahverkehr von Alois Fuchs" (1986) aktualisiert von Richard Fuchs (2000)

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Letzte Aktualisierung: 21.05.2007, 21:53:19