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Seit 2000 wieder Einstellungsgefahr

Zwischen dem Regionalmanagement der ÖBB in Salzburg und dem Land Salzburg waren gerade Verhandlungen über die nächsten Schritte der Verbesserungen der Pinzgaubahn im Laufen, als in Salzburg alle die Hiobsbotschaft aus Wien wie ein Blitz aus heiterm Himmel traf, nämlich, daß die ÖBB das sogenannte "C-Netz", die sogenannten "Nebenbahnen", aus Spargründen ersatzlos eingestellt werden sollen. Diese Hiobsbotschaft führte zu einem geschlossenen Aufschrei aller Bürgermeister, aller Fahrgäste, aller Verkehrsinitiativen und der gesamten Politik, quer über alle Parteigrenzen hinweg.

Die Plattform Verkehr hat diese Entwicklung vorausgesehen und bereits am 1. Mai 1999 in Krimml die "Krimmler Erklärung" erarbeitet, die mittlerweile von vielen Bürgern unterzeichnet wurde. Am 12. Mai 2000 wurde diese "Krimmler Erklärung" in einen Sockel neben der Zugförderungsstelle Tischlerhäusl als "Grundstein der Zukunft" eingemauert. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde in einer auch medial vielbeachteten Diskussionsveranstaltung mit Verkehrslandesrätin Mag. Burgstaller, allen Landtagspartei-Klubobleuten, fast aller Bürgermeister, den Bahnbediensteten und einer Vielzahl Verkehrsinteressierter der einhellige Aufschrei der Empörung nach außen getragen. Eine Vielzahl von Verhandlungen zwischen Salzburg und Wien waren die Folge.

Trotzdem langte das Kündigungsschreiben der ÖBB am 26. Mai 2000 beim Land Salzburg ein. Die Verkehrslandesrätin Mag. Gabi Burgstaller, getragen vom festen Willen, dieser Bahn eine gesichterte Zukunft zu geben, steht nun vor der schwierigen Aufgabe innerhalb weniger Monate den Betrieb dieser Bahn neu zu organisieren.

Es gibt in dieser Situation nur drei Möglichkeiten:

  1. Die Pinzgaubahn wird endgültig eingestellt, die Zukunft des Oberpinzgaues heißt ausschließlich Straßenverkehr. Die Diskussion der Allemania-Autobahn wäre die logische Folge. Rund 80 Arbeitsplätze im Oberpinzgau sind verloren, die Chance auf die Verlagerung von Lkw-Fahrten auf die Schiene ebenso. Rund 130 Mio. ATS für die bereits getätigten Erneuerunggsmaßnahmen wären unwiederbringlich verloren. Das Land müßte viele Millionen in die Abtragung der Bahn investieren, wobei ein Betrag anzusetzen ist, der größer ist, als der für die noch fehlenden Moderisierungsschritte. Diese Möglichkeit schloß Landesrätin Burgstaller "... nur über mei' Leich' ..." dezitiert aus.
  2. Die Pinzgaubahn wird vom Land Salzburg übernommen und an einen Privatbahnbetreiber zum Betrieb ausgeschrieben. Dieser nach EU-Recht vorgesehene Weg ist nach dem Kündigungsschreiben der ÖBB, die Bahn wirtschaftlich nicht mehr betreiben zu können, der wahrscheinlichste aber auch der schwierigste, da kurzfristig eine völlig neue Organisationsstruktur mit einem neuen Fuhrpark zu organisieren ist. Ein Großteil der bisherigen Bediensteten können in die neue Organisation übernommen werden. Die regelmäßige Einstellungsdiskussion könnte endgültig der Vergangenheit angehören.
  3. Die Pinzgaubahn wird von den ÖBB weiterbetrieben. Dies schlossen die ÖBB allerdings aus Wirtschaftlichkeitsgründen aus, wird aus naheliegenden Gründen der Kontinuität jedoch weiter angestrebt. Dies würde allerdings auch ein Weiterführen der regelmäßigen Einstellungsdiskussionen seitens der ÖBB erwarten lassen, die Chance einer Wiederaufnahme des Güterverkehrs gegen Null reduzieren und eine ständige Unsicherheit über dem Oberpinzgau belassen. Die Ausdünnung des Angebotes und ein kontinuierliches Abbauen der Arbeitsplätze kann nicht ausgeschlossen werden. Um die Bemühungen der politisch Verantwortlichen unter Federführung der Landesrätin Burgstaller zu unterstützen, sind alle aufgerufen, die "Krimmler Erklärung" zu unterschreiben und zurückzuschicken. Dazu gibt es hier die Möglichkeit, das Formular herunterzuladen DOWNLOAD und an die Aktionsgemeinschaft Rote Elektrische +43 (0)662 453554-85 zu faxen, die es dann an die Verkehrslandesrätin weiterleiten wird.
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Letzte Aktualisierung: 21.05.2007, 22:14:01