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Die Bahn macht Dampf im Oberpinzgau

Sie ist 52 km lang, Ausgangspunkt ist der Bahnhof Zell am See, nach Bedienung von mittlerweile 36 Bahnhöfen bzw. Haltestellen erreicht die 760mm-Schmalspurbahn, nachdem sie den ganzen Oberpinzgau durchfahren hat, den Bahnhof Krimml auf dem Gebiet der Gemeinde Wald im Pinzgau.

Auf Grund einer Eingabe der damaligen Marktgemeinde Zell am See im Jahre 1889 zeigte sich das Land Salzburg am Bau einer Eisenbahn in Richtung Oberpinzgau interessiert; 1895 wurde ernstlich an den Bahnbau gedacht. In der Landtagssitzung vom 14. Februar 1896 fielen dann die Würfel, der Landesausschuß wurde ermächtigt, die notwendigen Landesgarantien zu übernehmen. Am 19. Mai 1896 erhielt Baurat Rudolf Stummer, Ritter von Traunfels, die Konzession zum Bau und Betrieb, am 5. Jänner 1897 wurde die Firma "Pinzgauer Lokalbahngesellschaft" in das Handelsregister eingetragen, der Bau begonnen und am 2. Jänner 1898 fand bereits die festliche Eröffnungsfahrt statt.

1896 war auch ein weiteres Bahnprojekt aufgetaucht, das die Verbindung vom Bahnhof Krimml in die Ortschaft Krimml und zu den Wasserfällen durch eine elektrische Kleinbahn vorsah. Dieser Plan erlangte aber nur Schubladenreife. Dem Bau der PLB bis ins Ortszentrum standen damals nicht nur topographische Verhältnisse im Wege, denn Lahnsteiner schreibt dazu, daß der damalige Gemeindevorsteher von Krimml in Kurzsichtigkeit durchgesetzt hat, daß die Bahn nicht ins Dorf hinaufgeführt wird, sondern in Unterkrimml ihre Endstation bekam.

Am 1. Jänner 1906 ging die Pinzgauer Lokalbahn in den Besitz der k. k. Staatsbahnen über. Während der Reichsbahnzeit gab es Überlegungen, die Schmalspurbahn in eine Vollbahn umzuwandeln, aber auch noch weitergehende, nämlich, sie durch einen Basistunnel mit dem Zillertal zu verbinden. Nach 1945 kam die Bahn wieder zur ÖBB, sie entwickelte sich gut und zum 50jährigen Jubiläum konnte der Vertreter der Staatsbahnen erklären, daß die Pinzgauer Bahn die einzige in Österreich sei, die mit einem Aktivsaldo abschließt. Der Verkehr wurde sehr stark vermehrt, sodaß 1955 sechs Züge im Tag und jeder Richtung verkehrten.

Trotz der schon 1937 begonnenen Umstellung auf Dieseltraktion dauerte es weitere 25 Jahre, bis endgültig auf die Dampftraktion verzichtet werden konnte, die neue Epoche begann im Jahre 1961 mit dem Einsatz fabrikneuer 600 PS-Dieselloks der Reihe 2095, die heute noch Dienst tun. Am 13. September 1903, berichtet Lahnsteiner, trat der Rettenbach aus den Ufern und vom Schloß Mittersill aus war ein See zu sehen, der von Mühlbach bis Piesendorf reichte; auch der Habach richtete schwere Schäden an. Die nächsten großen Hochwasser, die den Anlagen der Krimmlerbahn arg zusetzten, waren im August und September 1956, sowie in den Jahren 66, 70, 75 und 1986. Die nachkriegszeitliche Situation wird beleuchtet, wenn man der Bahnhofschronik von Zell am See die Eintragung vom 14. Jänner 1947 entnimmt, daß auf den Bahnhöfen der Pinzgauer Lokalbahn nur zwei Fahrkarten je Bahnhof an Privatreisende ausgegeben werden dürfen, um den Berufsverkehr nicht zu behindern.

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Letzte Aktualisierung: 21.05.2007, 21:54:01