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Lokalbahn als Stadtbahn

Regional-Stadtbahn aus gesamtheitlicher Sicht im Zentralraum Salzburg

Betrachtet man in der Landeshauptstadt Salzburg die historisch gewachsene Stadtstruktur aus dem Blickwinkel des heutigen Verkehrs, wird man feststellen können, daß der historisch wertvolle Bereich absolut keine Veränderung zuläßt. Er ist aber gleichzeitig das Ziel fast aller Touristen und vieler Pendler. Gerade die Bewältigung dieser Verkehrsströme steht im Widerspruch zu der einzigartigen Stadtstruktur.

Die Stadt ist durch die Stadtberge und die Salzach eine nahezu »uneinnehmbare Festung« in Sachen Zugang. Dies war ursprünglich ja auch so gewollt und wurde erst durch das Neutor vor rund 200 Jahren geöffnet. Die heutigen überdimensionierten Straßen sammeln den Kfz-Verkehr radial aus der Region, leiten ihn über den Autobahnring zum kürzestmöglichen Zentrumskorridor und pressen ihn in die mindestens 130 Jahre alten Innenstadtgassen. Dieses Faktum zeigt ganz klar auf, daß zunächst der Verkehr in einem Interessenskonflikt mit der Erhaltung der Altstadt und der davon lebenden heimischen Wirtschaft stehen muß.

Salzburg hatte Glück, den Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges relativ glimpflich überstanden zu haben und damit eines der weltweit berühmtesten Tourismusziele zu sein. Salzburg hat daher aber auch die Verpflichtung, jede Verkehrslösung dem obersten Prinzip der Wahrung des historischen Erbes unterzuordnen und darüberhinaus alles zu unternehmen, um den Gästen einen angenehmen Aufenthalt mit einer funktionierenden Wirtschaft zu bieten und auch der Salzburger Bevölkerung das Bewußtsein wiederzugeben, in dieser Stadt auch mobil zu sein.

Salzburg muß eine Symbiose sein aus modernem, leistungsfähigem und funktionierendem Verkehr, einer qualitativ hochwertigen Tourismuswirtschaft und einem der historisch gewachsenen Innenstadt adäquaten Vielfalt an Handels- und Gewerbebetrieben mit der wertvollen Substanz der Altstadt.

Wer nun glaubt, dem Kfz-Verkehr jede nur mögliche Straße und Parkmöglichkeit öffnen zu müssen, möge die Zahlen aller Verkehrsuntersuchungen den Prämissen einer lobenswerten, gast- und umweltfreundlichen Stadt mit einer leistungsfähigen Wirtschaft gegenüberstellen.

Salzburg muß sich ganz klar und möglichst bald die Frage stellen: »Wollen wir den Verkehr so weiter passieren lassen wie jetzt und damit Gefahr laufen, der Stadt, der Bevölkerung und der Wirtschaft langfristigen Schaden zuzufügen, oder wollen wir den Verkehr nach modernen Gesichtspunkten in ein intelligentes High-Tech-Produkt als gesamtheitliebes Verkehrssystem umwandeln um tatsächlich den Quantensprung hin zum Modell des »Umweltverbundes als Partner der Wirtschaft« ermöglichen zu können?«

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Letzte Aktualisierung: 21.05.2007, 23:32:25