< zurück    HOME    vorwärts >

Lokalbahn als Stadtbahn

Regional-Stadtbahn-Tunnel durchs Zentrum Salzburgs

Die unterirdische Verlängerung der bestehenden Lokalbahn "Lamprechtshausen - Salzburg" als Stadtbahn vom Lokalbahnhof über die Streckenabschnitte Mirabell, Altstadt, Nonntal und weiter in den Süden der Stadt wird bereits seit Jahren verfolgt und war bisher Gegenstand von mehreren Gutachten und Studien.

Das aktuell präsentierte „Projekt S-Bahn Salzburg“ und die Arbeit der Arbeitsgruppe „ Salzburg 2003 PLUS“ in der Landeshauptstadt Salzburg haben der Diskussion um dieses Projekt neue Impulse verliehen. „Das Fazit der Arbeit lautet, daß langfristig sämtliche regionalen Bahnlinien (auch aus Bayern) unter dem Stadtzentrum hindurch geführt werden sollen.“ Die Verknüpfung der Planungen der „S-Bahn Salzburg – Freilassing“ im Projekt „S-Bahn Salzburg“ mit dem innerstädtischen Tunnel im Bereich der Ernest-Thun-Straße ist eine der brennenden Projekt-Fragen, die sofort angegangen werden müssen, um spätere Konzepte nicht zu behindern und mit erheblichem Mehraufwand später zu belasten. Neben dem ursprünglichen Kernstück, dem Lokalbahntunnel vom Hauptbahnhof durch die Stadt, kommt den „Verbindungsgleisen“ mit Stromsystem-Trennstellen von der ÖBB in den innerstädtischen Regional-Stadtbahn-Tunnel vorrangige Beachtung und hohe Realisierungswürdigkeit zu. Diese Verbindungsgleise im Bereich der Bahnhofstraße bzw. Wienerdamm und im Bereich Gebirgsjägerplatz – Ernest-Thun-Straße – Rainerstraße ermöglichen erst in großem Stil Nahverkehrszüge von den Bundesbahn-Strecken in den Innenstadtunnel einzubinden und dabei einerseits die Wirtschaftlichkeit dieses Systemes zu erhöhen und andererseits der Gesamtmobilität der Pendler im Zentralraum Salzburg zu einem Quantensprung zu verhelfen.

Das für die Einbindung der künftigen S-Bahn Linien erforderliche Verbindungsgleis „Bahnhofstraße – Fanny-v.Lehnert-Straße zwischen ÖBB- und Lokalbahngleisen ist von den Salzburger Verkehrsbetrieben bereits vor einiger Zeit eisenbahnrechtlich eingereicht und genehmigt worden.

In das Planungsstadium eines ernstzunehmenden Vorprojektes sind bisher die beiden folgenden Arbeiten vorgestoßen, die zugleich die Grundlage für die nun durchgeführten Trassenuntersuchungen bildeten:

  1. Planungsgruppe Stadtbahn (PGS) Stadtbahn Salzburg - Vorprojekt 1990
  2. Ingenieurbüro Dipl.- Ing. R. Herbrich Stadtbahnverlängerung Mirabell - April 1994 offene Bauweise, sowie Stadtbahnverlängerung "Mirabell bis Hellbrunner Brücke" - 1994

Nach der Präsentation dieser Machbarkeitsstudie zeigte sich die Notwendigkeit, diese Arbeiten bis zur Station Akademiestraße weiterzuführen, da eine Ver­gleichbarkeit mit der kurzfristig aufgetauchten "Berg­variante" seitens der Salzburger Stadtwerke ge­wünscht wurde.

Das PGS - Vorprojekt 1990 sah für die erste Bauetappe vom Lokalbahnhof bis zur Station Nonn­tal die Errichtung von zwei parallel verlaufenden, ein­­glei­si­gen, in geschlossener Bauweise aufzufah­ren­den Streckentunnelröhren, sowie die Errichtung von drei Stationen ebenfalls in geschlossener Bau­wei­se vor. Es waren dies die Stationen Mirabell, Staatsbrücke und Residenz. Die abschließende Sta­tion Nonntal der ersten Bauetappe wäre in offe­ner Bauweise von der Geländeoberfläche aus (ent­spre­chend der Tieferlegung des Lokalbahnhofes) errichtet worden.

Das Vorprojekt von Dipl.-Ing. R. Herbrich – offene Bauweise - aus dem Jahr 1994 gliedert sich in folgende Streckenabschnitte:

Streckenabschnitt Lokalbahnhof bis Mirabell in offener Bauweise.

Anschließend an die Baugrubenumschließung der Tieferlegung des Lokalbahnhofes führt der zweigleisige Streckentunnel entlang der Rainerstraße, über die Kreuzung Saint-Julien-Straße, entlang des Kiesel-Gebäudes, unter dem Fünfhauser Viadukt zum Max-Ott-Platz und weiter entlang des Kongreßhauses und dem Kurpark zur Station Mirabell. Die Station Mirabell wurde mit leicht konischer Bahnsteigsform, unmittelbar angrenzend zwischen Schloß Mirabell und Mirabelltiefgarage, situiert.

Nach der Station Mirabell taucht die Trasse mit einem Längsgefälle von 4 % in einem Rechtsbogen ca 9 m ab und erreicht bei km 1.390 die Station Staatsbrücke. Die Schienenoberkante liegt in der Station auf 401.85 und somit ca. 18 m unter Gelände, bzw. 9 m unter der Flußsohle der Salzach. Der Streckenabschnitt beträgt ca 310 m. Dies ergibt sich durch die Situierung der Station unter die Salzach, damit der Altstadtkern nur mittels Tunnelröhren unterfahren werden muß.

Die Station Staatsbrücke ist annähernd mittig unter der Salzach situiert und liegt ca. 90 m flußabwärts der Staatsbrücke. Beiderseits der Station sind die Aufgangsbauwerke situiert.

Sie stellt damit den wichtigsten und zentralsten Verkehrsknoten dar. Die Verschiebung der in einer früheren Version vorgesehenen Station Getreidegasse bringt somit keinen verkehrstechnischen Nachteil mit Ausnahme der kurzen Streckenlänge zwischen Station Mirabellplatz und Staatsbrücke. Damit konnte jedoch der sensible Altstadtbereich von einem Stationsausbau in geschlossener Bauweise freigehalten werden.

Geschlossene Bauweise Station Staatsbrücke - Mönchsberganschnitt

Ab Beginn der Station Staatsbrücke führt die Trasse mit einem minimalen Gefälle von 0,1 % vorerst in einer Geraden durch die Altstadt.

Bei Km 1.742 beginnt eine lange Linkskurve Richtung Osten. Bei Km 1.800 wird der Mönchsbergfuß erreicht. Dieser unter der Altstadt führende Streckenabschnitt beträgt lediglich 300 m. Durch die Ausführung von 2 getrennten Tunnelröhren, mittels Schildvortrieb und Tübbingausbau, kann dieser Bereich mit geringst möglichem Risiko unterfahren werden.

Die Tunneloberkante liegt auf ca. 406,6 m.Seehöhe. Die Überdeckung beträgt zwischen 13,5 m und 17,5 m.

Geschlossene Bauweise Mönchsberg bzw. Festungsberg bis zur Station Nonntal.

Der Abschnitt beginnt mit der langgezogenen Linkskurve, führt in eine Gerade und nach einer weiteren Linkskurve und Geraden in einer Rechtskurve zur Station Nonntal. Bei Km 1.850 erreicht die Trasse mit Schienenoberkante 401,50 m ü.N.N. ihren tiefsten Punkt und steigt bis zur Station Nonntal mit 1,2 % auf 409,60 m an. Die beiden 1-gleisigen Tunnelröhren gehen bei Km 2,080 in eine 2-gleisige Röhre über und diese weitet sich ca. 100 m vor der Station Nonntal wieder in 2 eingleisige auf.

Die Gesamtlänge des Mönchsbergabschnittes beträgt ca. 820 m, wobei davon etwa 600 m durch den Festungsberg führen.

Station Nonntal bis zur Station Akademiestraße

Bei Km 2,620 beginnt die Station Nonntal. Sie liegt zum Teil noch im Berg, großteils jedoch schon im Kreuzungsbereich Nonntaler Hauptstraße, Josef-Preis-Allee und Petersbrunnstraße. Die Trasse liegt im Stationsbereich wieder in einer Geraden, die in weiterer Folge in die Josef-Preis-Allee führt. Das Längsgefälle beträgt ab Stationsbeginn 0,1 %. Die Schienenoberkante im Stationsbereich beträgt 409,60 m ü.N.N., das ist ca. 12 m unter Gelände.

Für die Station Nonntal wurde ebenfalls eine aktualisierte Fassung erarbeitet und die Station gegenüber der Trassenführung 1994 insoferne nach Westen verschwenkt, als diese nun Richtung Josef-Preis-Allee zu liegen kommt. Dadurch ist es möglich, die Trasse weiter in der unverbauten Allee führen zu können und damit der Querung des zwischenzeitlich in Bau befindlichen Schulgebäudes auszuweichen.

< zurück    HOME    vorwärts >
© AGRE, 1996 - 2007
Letzte Aktualisierung: 21.05.2007, 23:53:49