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Die Lokalbahn, einst und jetzt

Die Rote Elektrische - traditionsreich und zukunftsorientiert

Alle halbe Stunde ein Zug in den Norden Salzburgs, sprintschnelle Nahverkehrstriebwagen und freundliche Schaffner zeichnen die "Rote Elektrische" aus und machen sie zu einer Vorzeigebahn. Mit einer mittleren Reisegeschwindigkeit von 42 km/h ist sie die schnellste Nahverkehrsbahn Österreichs. Eine Art Überlandstraßenbahn, die alle Vorteile der Vollbahn mit denen moderner Stadtbahnen verbindet, hat sie fast alle Attribute zukunftsweisender Regional-Stadtbahnen. Nur fast, denn das große Ziel, die Innenstadt wieder direkt per Bahn anzufahren, fehlt noch. Mit dem noch fehlenden Innenstadttunnel und den noch fehlenden modernen Stadtbahn-Triebwagen (LRV light rail vehicles) wird sie zum Rückgrat des zukünftigen öffentlichen Nahverkehrs auf der Schiene im Zentralraum Salzburg werden.

Die Art der Betriebsführung hat große Ähnlichkeiten mit den amerikanischen Interurbans, den legendären Überlandbahnen im gemischten Eisenbahn- Straßenbahnverkehr. Die Salzburger Lokalbahnen, vom Volksmund bereits in den ersten Jahren des elektrischen Betriebes ab 1909 liebevoll "ROTE ELEKTRISCHE" genannt, ist ein Paradebeispiel für die Renaissance der Straßenbahn und der Beweis, daß moderner Schienenverkehr wirtschaftlich und attraktiv zugleich sein kann. Die Rote Elektrische kann auf eine erfolgreiche Vergangenheit ebenso zurückblicken, wie auf die Gewißheit, die Zukunft bewältigen zu können. Sie kann stolz auf den von der Bevölkerung verliehenen Prädikatstitel "Rote Elektrische" zurückblicken, wie überhaupt seit 1886 auf die Dampftramway, auf die Elektrifizierung 1909 und die durchgehenden Züge bis zum Königssee. Damals waren die grünen bayerischen Züge der k.bay.St.B. bauartgleich mit denen der Salzburger Lokalbahnen. Somit war die Salzburger Lokalbahn der SETG (Salzburger Eisenbahn- & Tramway-Gesellschaft) zusammen mit den Partnerunternehmen Königlich Bayerische Staatsbahnen und später DRG ihrer zeit weit voraus und dieser Verkehr stellt heute das Vorbild für eine neue "Lokalbahn rund um den Untersberg" dar.

Sie wurde 1938 zwischen St. Leonhard und Berchtesgaden leider auf Hitlers Befehl zerstört. 1953 wurde das Zerstörungswerk unter dem Vorwand "freie Fahrt für freie Bürger mit dem Auto" fortgesetzt und die Südlinie St. Leonhard - Salzburger Innenstadt - Hauptbahnhof eingestellt und weggerissen.

Seit diesem Zeitpunkt ist der ausufernde Kfz-Verkehr in der Stadt Salzburg nicht mehr aufzuhalten. Heute steht die Stadt Salzburg und die gesamte Region vor dem Problem, den unkontrollierbaren Verkehr wieder in geordnete Bahnen lenken zu müssen. Was liegt also wirklich näher, als auf der Basis einer bestehenden Bahn des modernen Unternehmens Salzburger AG - Salzburger Lokalbahn, der "Roten Elektrischen", wieder die Bahn durch die Innenstadt zu führen, im Zentrum der Mozartstadt allerdings im Tunnel.

Zusammen mit den Bundesbahnen (ÖBB, DB-AG) ist es möglich, mit Zweisystem-Triebwagen ein leistungsfähiges Regional-Stadtbahn-Netz grenzüberschreitend in Südostoberbayern, Salzburg und Oberösterreich zu errichten. Die Basis ist in Form der Roten Elektrischen vorhanden, der Wille in der Bevölkerung schon lange und nach dem SCHIG Schieneninfrastrukturgesetz auch die finanziellen Mittel. Nun hat die Politik begonnen, auf der Basis vieler befürwortender Studien und Konzepte die Weichen in die Zukunft dieser Region, mit dieser Bahn zu stellen.

Die Rote Elektrische ist bereit, diese Aufgaben zu übernehmen.

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Letzte Aktualisierung: 21.05.2007, 23:21:21